Die German Open fanden vom 10. bis 14. März 2026 in Nürnberg statt – und die Bit-Bots waren natürlich wieder mit dabei. Nach einem intensiven und spannenden Turnier konnten wir uns den zweiten Platz sichern und sind damit als bestes deutsches Team in der Small Division hervorgegangen.
Schon die Teamgröße war in diesem Jahr etwas Besonderes: Mit insgesamt 15 Personen waren wir so viele Bit-Bots wie lange nicht mehr. Entsprechend gut verteilt waren Aufgaben und Verantwortlichkeiten – und dank strukturierter Meetings sowie starker Teamleitung lief die Zusammenarbeit durchweg rund.
Holpriger Start, starke Entwicklung
Der Start ins Turnier verlief allerdings zunächst etwas holprig. Kurz vor Beginn hatten wir noch Änderungen an unserer Software vorgenommen, wodurch sich einige Fehler eingeschlichen hatten. In den ersten Spielen lief daher nicht alles wie geplant. Doch genau dafür sind Wettbewerbe da: Wir konnten die Probleme Schritt für Schritt identifizieren und im Laufe des Turniers beheben – und uns so kontinuierlich steigern.
Blick in die Zukunft: Unser neuer Roboter X02
Parallel zum Turniergeschehen haben wir die Gelegenheit genutzt, unseren neuen Roboter X02 zu testen. Mit etwa 170 cm Größe und rund 30 kg Gewicht ist er ein großer Schritt in Richtung Large Size Robotik. Da wir ihn erst kurz vor dem Wettbewerb erhalten haben, war ein Einsatz im Spiel noch nicht realistisch – dennoch konnten wir zentrale Komponenten wie Kamera, Lokalisierung und Pfadplanung erfolgreich in Betrieb nehmen.
Diese Entwicklung passt auch zu den strukturellen Veränderungen im RoboCup: Die Humanoid League und die Standard Platform League wurden zur neuen Humanoid Soccer League zusammengeführt. Diese ist nun in drei Divisionen unterteilt: Small, Middle und Large. Wir traten mit unseren „Wolfgang“-Robotern in der Small Division an, während der X02 künftig in der Large Division eingesetzt werden soll.
Neue Liga, neue Systeme, neue Herausforderungen
Mit der neuen Ligastruktur ging auch ein überarbeiteter Game Controller einher, der die Entscheidungen der Schiedsrichter an die Roboter übermittelt. Besonders zu Beginn des Turniers mussten wir hier noch einige Anpassungen vornehmen, da sich im Vergleich zum Vorjahr einiges geändert hatte.
In diesem Zusammenhang haben wir auch an der Integration der Pfifferkennung gearbeitet. Diese gibt vor allem während des Anpfiff einen Vorteil, da der Game Controller erst zeitversetzt die Nachricht zum Anfang des Spiels verschickt. Noch während des Turniers konnten wir die Funktion implementieren und bereits erfolgreich im Spiel einsetzen.
Gleichzeitig brachte die Zusammenlegung der Ligen auch mehr sportliche Vielfalt: Statt wie im letzten Jahr nur gegen ein Team anzutreten, hatten wir es diesmal mit gleich mehreren neuen Gegnern zu tun.
Mehr als nur Spiele
Dank unserer großen Teamstärke konnten wir uns nicht nur auf die Spiele konzentrieren. Einige von uns haben die Matches moderiert, wodurch unsere Spiele mehrmals im offiziellen Stream: https://www.youtube.com/@robocupgermany/streams gezeigt wurden. Zudem haben andere Bit-Bots Mitglieder parallel an Reinforcement-Learning-Ansätzen für den Wolfgang gearbeitet haben.
Natürlich gehörte auch das Stellen von Schiedsrichtern zu unseren Aufgaben. Unsere beiden Schiedsrichter konnten dabei sogar ein Finale unterstützen und fühlen sich nun bereit, auch bei der Weltmeisterschaft Spiele zu leiten.
Ein starkes Finale – und wertvolle Erkenntnisse
Wie bei vielen Turnieren war auch bei uns die Hardware zum Ende hin nicht mehr im perfekten Zustand – mehrere Spiele hinterlassen ihre Spuren. Entsprechend wurde in der Vorbereitung auf das Finale noch einmal intensiv an unseren Robotern gearbeitet, um alles Bestmögliche herauszuholen.
Sportlich lief es für uns am Ende auf ein spannendes Finale hinaus. Dort trafen wir auf ein chinesisches Team (ZJU Dancer), das vor allem durch deutlich leistungsstärkere Hardware überzeugte – insbesondere in der Geschwindigkeit auf dem Feld. Nachdem wir zuvor ein Spiel gegen sie noch mit 1:1 beenden konnten, mussten wir uns im Finale schließlich mit 1:4 geschlagen geben.
Trotz der Niederlage konnten wir wichtige Erkenntnisse mitnehmen: Wir hatten die Möglichkeit, uns die Hardware des gegnerischen Teams genauer anzuschauen – und haben diese Gelegenheit genutzt, um wertvolle Komponenten und Ideen für unsere eigene Weiterentwicklung mitzunehmen.
Abschied von den „Wolfgangs“
Die German Open 2026 markieren für uns einen besonderen Moment: Es war der letzte Wettbewerb unserer „Wolfgang“-Plattform. Über viele Jahre hinweg haben uns diese Roboter begleitet, geprägt und zahlreiche Erfolge ermöglicht.
Der Abschied fällt uns nicht leicht – aber er ist ein konsequenter Schritt in Richtung der nächsten Generation von Robotern.
Blick nach vorne
Unser Blick richtet sich nun nach vorn: Mit neuer Hardware und frischer Motivation wollen wir bei der Weltmeisterschaft Ende Juni angreifen. Die Erfahrungen aus Nürnberg bilden dafür eine wichtige Grundlage.
Ein entscheidender Schritt dabei ist der High-Torque Pi+ Roboter, den wir bis zur Weltmeisterschaft ausleihen konnten. Er ermöglicht es uns, unter realistischen Bedingungen mit leistungsstärkerer Hardware zu arbeiten, neue Ansätze zu erproben und gewonnene Erkenntnisse gezielt in unsere eigene Weiterentwicklung einfließen zu lassen.
Am Ende bleibt vor allem eines: Wir sind stolz auf unsere Leistung, zufrieden mit dem zweiten Platz – und hatten eine richtig gute Zeit auf den German Open.


































































